Von Weiberhelden und Schürzenjägern
Die Musikgemeinschaft Marl servierte im Neujahrskonzert launige Klassiker

von Robin Kauschat

Marl.
Auch das Neujahrskonzert der Musikgemeinschaft Marl im Theater firmierte unter dem großen Motto der Saison 'Helden', diesmal jedoch mit einem Blick auf diejenigen Titanen der Musikgeschichte, die dem schönen Geschlecht nicht abgeneigt waren. Platt gesagt gaben die Schürzenjäger und Weiberhelden den Ton an. Da verwundert es natürlich nicht, dass mehrere Stücke von Johann Strauß auf dem Programm standen.

Ganz dem Thema des Abends verpflichtet begann das Konzert unter der Leitung von Wolfgang Endrös mit einer verspielten Polka von Johann Strauß, die den Titel 'Tändelei' trägt. Darauf folgte die erhabene und souveräne Symphonie Nr. 11 Mozarts, die auch als 'Jupiter Symphonie' bekannt ist. Der Ursprung dieses Namens bleibt ein ungelöstes Geheimnis, denn Mozart selbst hat ihr nicht den Beinamen eines olympischen Gottes gegeben. Höchstwahrscheinlich geht der Name auf den Londoner Geiger und Konzertunternehmer Peter Salomon (1745-1815) zurück. Doch warum gerade der römische Göttervater als Namenspatron gewählt wurde, bleibt unklar. Vermutlich spielt man damit auf den himmlischen und erhabenen Klang des Finales der Symphonie an, die auch in der Darbietung der Musikgemeinschaft gänzlich überzeugt hat.

Die Pause wurde von zwei bekannten Stücken von Johann Strauß gerahmt. Zum einen dem allseits beliebten Walzer 'Wein, Weib und Gesang' und zum anderen die 'Fledermaus-Quadrille' aus der gleichnamigen wohlbekannten Operette.

Höhepunkt des Abends war zweifellos die musikalische Darbietung der Klavier-Solistin Gabriella Karácsonyi, die mit ihrem virtuosen Spiel der Variationen Frédéric Chopins 'La ci darem la mano' aus der Mozart Oper 'Don Giovanni' das Publikum förmlich von den Sitzen riss. Ihrem gefühlvollen und zarten Spiel mangelte es nicht an Expressivität, was sich gänzlich im Wechsel zwischen Leichtigkeit und Melancholie des Stückes widerspiegelte.

Das Orchester verabschiedete sich mit einem Gassenhauer aus der Strauß'schen Fledermaus-Operette: 'Glücklich ist, wer vergisst ...'.

Ein wahrlich gelungener musikalischer Abend.

Quelle: MedienhausBauer/Marler Zeitung vom 21.01.2015




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