Verdis „Messa da Requiem“ als Höhepunkt zum Musikfestival Marl.2010

Ein weiterer absoluter Höhepunkt des „Musikfestival Marl.2010“ der Musikgemeinschaft Marl zur Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010 findet am kommenden Samstag um 20 Uhr im Theater Marl statt:

Würde man eine Umfrage bei Publikum, Sängern und Spielern durchführen, welche Aufführung oder Hören eines großen Solisten- Orchester- Chorwerkes sie am meisten berührt und mitgerissen hat und welches sie am längsten und intensivsten in Erinnerung behalten haben - das Requiem von Giuseppe Verdi würde zweifellos bei allen ganz weit vorne landen. Wie ist das zu erklären, und warum werden ganze Passagen aus dem grandiosen Werk „Messa da Requiem“ für vier Gesangssolisten, extrem gefordertem Chor und großem Sinfonieorchester (allein sechs Trompeten!) wohl fast jeden Tag in den verschiedensten Fernsehsendungen und Filmen als Begleitmusik und zur Illustration gebracht?

Es ist die absolut unübertroffen anrührende und aufwühlende Art der Vertonung des Jahrhunderte alten Requiem- Textes, die in Rang, Beliebtheit und Häufigkeit der Aufführungen weltweit wohl nur von einem anderen Requiem erreicht wird, nämlich dem von Wolfgang Amadeus Mozart. Aber während Mozart fast Kammermusik mit reduziertem Orchesterapparat in kirchenmusikalisch geprägter Art schrieb, handelt es sich bei Verdis Requiem um eine von zutiefst romantischem Lebensgefühl geprägte Menschheits-Oper über die letzten Dinge, für die Verdi alle Register musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten zieht: In entsprechender extrem weitgespannter Musiksprache von „so leise wie möglich“, völlig unbegleitetem und emotionslosem Sprechgesang über viele Zwischenformen wie Fugen, Arien, Ensembles und großen Chorszenen hin zu den ganz großen emotionalen und klanglichen Ausbrüchen des berühmten „Dies Irae“ und des „Tuba mirum“ mit den Ferntrompeten, die vom Schicksal der Menschheit nach dem Ende der Tage künden.

Allein die Aufführung dieses Werks stellt schon einen Höhepunkt der Konzertsaison dar, aber darüber hinaus verbindet sich mit ihm eine große Tradition für Marl. Vor fünf Jahren führte die Musikgemeinschaft das Verdi-Requiem nicht nur in Marl auf, sondern ebenso mit vielen anderen Chor- und Orchestermitgliedern und dem Orchester der Universität Izmir in Zusammenarbeit mit der Staatsoper Izmir im berühmten antiken Theater von Ephesus vor rund 10.000 Zuhörern. Dieses Konzert wie auch das in diesem Jahr steht somit auch für die Städtepartnerschaft Marls mit Kusadasi, dem „neuen Ephesus“.

Und diese Tradition setzt sich mit einem absoluten musikalischen Highlight fort: Dank der Unterstützung und Genehmigung durch Prof.Rengim Gökmen, dem Generalintendanten der türkischen Opern im türkischen Kulturministerium kommen nach der bisherigen Zusammenarbeit mit Izmir die Gesangssolisten nun erstmals von der Staatsoper Antalya. Direktorin Prof. Aytac Manizade sagte Armin Klaes zu: „Ich schicke die besten vier meines Hauses!“ Alle haben das Werk sehr erfolgreich aufgeführt, sind Meisterabsolventen und haben in allen Opernhäusern der Türkei und im Ausland die großen Hauptpartien ihrer Stimmlage erfolgreich gesungen:

Die türkische Sopranistin Nurdan Küçükekmekçi studierte an der Dokuz Eylül Universität Izmir bei Prof. Bayrasa, besuchte Meisterkurse bei Leyla Gencer, Katia Riccarelli und Licinio Montefusco. Sie ist Preisträgerin des Gesangswettbewerbs der Güzin Gürel Stiftung, Istanbul, gewann den Sonderpreis der Jury beim Internationalen Nightingale Wettbewerb in Aserbaidschan und wurde von der Türkischen Musikzeitung Mavi Nota im Jahr 2007 zur Künstlerin des Jahres gekürt. Sie sang viele Partien wie Gilda (Verdi: „Rigoletto“), Konstanze (Mozart: „Die Entführung aus dem Serail“), Michaela (Bizet: „Carmen“), Mimi (Puccini: „La Boheme“), Violetta (Verdi: „La Traviata“), Oratorien und türkische Opernpartien.

Arzy Medzhidova stammt aus der Ukraine, studierte und sang zunächst in Odessa, kam 2005 als Mezzosopranistin an die Staatsoper Antalya. Sie hat bei internationalen Festivals in der Ukraine, Finnland und der Slowakei gesungen und ist Preisträgerin internationaler Wettbewerbe, u.a. in Karlsbad und Dnjepropetrowsk. Gastauftritte führten sie nach Wien, Helsinki und Beirut. Paraderollen sind etwa die Carmen in Bizets gleichnamiger Oper, die Amneris in Verdis „Aida“) und die Suzuki in Puccinis „Madame Butterfly.

Koray Damcioglu, Tenor, studierte bei Prof. Lisovsky in Izmir, besuchte Meisterkurse bei Mietta Sighele und Veriano Luchetti und setzte seine Studien an der Gnesin Akademie in Moskau fort. Sein Repertoire umfasst sowohl türkische Opern als auch klassische Gesangspartien. Er begeisterte mit großen Solopartien wie mit Alfredo (Verdi: „La Traviata“), Don Jose (Bizet: “Carmen”) und Cavaradossi (Puccini: „Tosca“). Er gastierte in Wien, Riva del Garda (Italien) und Moskau.

Seine Gesangsausbildung erhielt Bassist Safak Güç bei Prof. Dan Serbac an der renommierten privaten Bilkent Universität in Ankara. 2003 gewann er den ersten Preis beim internationalen Siemens Gesangswettbewerb. Er ist seit 1999 an der Staatlichen Oper und Ballett Antalya beheimatet, sang mit großem Erfolg Partien wie den Osmin (Mozart: “Die Entführung aus dem Serail”), Zuniga (Bizet: „Carmen“) und den Wassermann (Dvořák: „Rusalka“).

Es singt der Chor, es spielt das Sinfonieorchester der Musikgemeinschaft unter Leitung ihres Künstlerischen Leiters Armin Klaes.

Einzelkarten sind im Vorverkauf zu 15 € (ermäßigt 7,50 €) im i-Punkt (Tel: 99 43 10), im "musikladen" (Tel: 3 76 37), bei tickets-by-call (Tel: 5 03 55 00) und über Anke Lang (Vorsitzende der Musikgemeinschaft Tel. 916485), erhältlich. Die Abendkasse öffnet um 19 Uhr, Einlass ist ab 19:30 Uhr.

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